Prostataoperation ohne „trockenen“ Orgasmus: Neuer Laser erhält Erektion und Ejakulation
Stellen Sie sich vor: Sie gehen zu einer Operation zur Entfernung eines Prostataadenoms, weil Sie nicht mehr normal auf die Toilette können. Die Ärzte warnen: „Machen Sie sich bereit, nach der Operation kann die Erektion verschwinden oder der Orgasmus wird ‚trocken‘ – ohne Sperma.“ Früher war das fast ein Todesurteil für das Sexualleben. Doch nun scheint es eine Methode zu geben, die das Problem mit dem Wasserlassen löst und die männliche Kraft nicht verloren geht.
Die Rede ist von einem blauen Laser. Das ist keine exotische Methode aus der Zukunft – damit wird bereits in Krankenhäusern operiert. Was ist das Besondere? Der blaue Laser mit einer Wellenlänge von 450 nm wirkt sehr präzise auf das Prostatagewebe: Er verdampft schnell überschüssiges Gewebe, das den Urinabfluss behindert, verletzt dabei aber kaum die umliegenden Nerven und Gefäße. Genau von diesen hängt ab, ob Ihre Erektion und die Fähigkeit zur normalen Ejakulation erhalten bleiben.
Ärzte aus China beobachteten 105 Männer mit Prostataadenom, die mit dem blauen Laser operiert wurden. Alle waren sexuell aktiv (mindestens zweimal im Monat) und klagten über Probleme beim Wasserlassen. Das Durchschnittsalter betrug 63 Jahre, das Prostatavolumen 44 ml. Die Operation dauerte nur 25 Minuten. Und das zeigten die Ergebnisse nach einem Jahr.
Das Wasserlassen verbesserte sich radikal: Auf der Skala der Prostatasymptome (IPSS) sanken die Werte von 24 auf 8 – das ist wie ein Übergang von „ständig geplagt“ zu „fast normal“. Die maximale Harnflussrate stieg von 9 auf 25 ml pro Sekunde – Sie können wieder schnell und ohne Anstrengung urinieren. Die Erektion blieb auf dem gleichen Niveau: Die Werte auf der IIEF-5-Skala blieben nahezu unverändert (18 und 18 Punkte). Bei keinem der Teilnehmer traten neue Probleme mit der Erektion oder Harninkontinenz auf.
Und was ist mit dem Orgasmus? Hier gibt es eine Nuance. Bei den meisten Männern (97%) blieb die Fähigkeit zur Ejakulation erhalten, aber das Samenvolumen nahm ab: im Durchschnitt von 2 ml auf 1 ml. Ein vollständiges Ausbleiben der Ejakulation (der sogenannte „trockene“ Höhepunkt) trat nur bei 2,8% auf – also bei drei von hundert. Das ist ein enormer Fortschritt im Vergleich zu traditionellen Operationen, bei denen das Risiko eines „trockenen“ Orgasmus bis zu 70-80% beträgt.
Aber nicht alles ist so glatt: Bei 31% der Patienten gab es nach der Operation vorübergehend Blut im Urin, und einer benötigte eine erneute Operation, um die Blutung zu stoppen. Dafür wurden keine schwerwiegenden Komplikationen wie Inkontinenz oder Impotenz beobachtet. Die Ärzte betonen: Diese Studie ist vorläufig, ohne Kontrollgruppe, aber die Ergebnisse sind vielversprechend.
Für wen ist das wichtig? Wenn Sie oder Ihr Partner mit einem Prostataadenom konfrontiert sind und der Arzt eine Operation vorschlägt, fragen Sie, ob der blaue Laser verwendet werden kann. Besonders wenn Ihnen Ihr Sexualleben am Herzen liegt. Aber denken Sie daran: Die Wahl der Methode hängt von der Größe der Prostata, Ihrem Gesundheitszustand und der Erfahrung des Chirurgen ab. Und fragen Sie unbedingt Ihren Arzt, welche Risiken speziell für Sie bestehen.
Die Technologien in der Urologie sind weit fortgeschritten: Jetzt kann man sich von nächtlichen quälenden Toilettengängen befreien, ohne mit der Potenz dafür zu bezahlen. Der blaue Laser ist kein Zauberstab, aber für viele Männer könnte er eine echte Chance sein, sowohl Gesundheit als auch die Freude an intimer Nähe zu erhalten.
Der Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.
Originalbeitrag: Blue Laser Vaporization for Benign Prostatic Hyperplasia: A Prospective Cohort Study on Efficacy and Preservation of Ejaculation. — U.S. National Library of Medicine

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