Vibrator statt Tablette: Was eine Studie für Frauen mit Problemen im Bett zeigte
Stellen Sie sich vor: Intimität bereitet keine Freude mehr, und der Besuch beim Frauenarzt führt nur zu Gesprächen. Und nun haben Wissenschaftler beschlossen, zu testen, ob ein gewöhnlicher Vibrator aus der Apotheke eine Lösung sein kann. Spoiler: Die Ergebnisse sind vielversprechend, wenn auch nicht für alle.
An der Studie nahmen 84 Frauen mit sexueller Dysfunktion und Beckenbodenproblemen teil (das sind Muskeln, die die Beckenorgane stützen). Das Durchschnittsalter lag bei etwa 58 Jahren. Alle wurden in zwei Gruppen eingeteilt: Eine erhielt nur eine Informationsbroschüre, die andere eine Broschüre plus einen Vibrator mit der Anweisung, ihn acht Wochen lang dreimal pro Woche zu verwenden. Es ging nicht nur darum, "einfach einen Knopf zu drücken": Den Frauen wurde erklärt, wie sie den Vibrator zur Verbesserung der sexuellen Gesundheit genau anwenden sollten.
Nach zwei Monaten wurden die Ergebnisse ausgewertet. Es zeigte sich, dass bei denjenigen, die den Vibrator benutzten, die sexuelle Funktion deutlich stärker verbessert wurde: Der durchschnittliche Punktwert im Fragebogen stieg um 8,8 Punkte gegenüber 4,9 in der Broschürengruppe. Ein Unterschied von 4 Punkten ist nicht nur eine Zahl: Er ist spürbar. Die Verbesserungen betrafen alle Bereiche: Erregung, Lubrikation, Orgasmus, Zufriedenheit und sogar die Verringerung von Schmerzen beim Sex. In der Vibratorgruppe erreichten 35% der Frauen ein Niveau, das als normal für eine gesunde sexuelle Funktion gilt, während es in der Kontrollgruppe nur 12% waren.
Aber nicht alles ist so rosig. Betrachtet man die Gesamtwerte, gab es auch in der Broschürengruppe Verbesserungen – nur eben weniger ausgeprägt. Bei der Skala für Belastungen durch Symptome der Harnwege zeigte der Vibrator jedoch einen Vorteil: Die Frauen gaben an, dass es ihnen leichter fiel. Obwohl dies nicht das Hauptziel der Studie war.
Es ist wichtig zu verstehen: Dies ist eine kleine Studie mit 81 Frauen, die in einem einzigen Zentrum durchgeführt wurde. Die Autoren selbst sagen, dass der Vibrator kein Allheilmittel und kein Ersatz für eine Behandlung ist. Aber das Ergebnis gibt Anlass zum Nachdenken: Möglicherweise ist die Einbeziehung eines Vibrators in den Therapieplan (in Absprache mit dem Arzt) ein zugänglicher Weg, um die Qualität des Intimlebens ohne zusätzliche Medikamente zu verbessern.
Wenn Sie mit ähnlichen Problemen konfrontiert sind, zögern Sie nicht, mit Ihrem Frauenarzt oder Urologen die Möglichkeit zu besprechen, einen Vibrator als Ergänzung zur Hauptbehandlung zu verwenden. Und vergessen Sie nicht: Jegliche Änderungen im Intimleben sollten mit einer fachärztlichen Beratung beginnen, um ernsthafte Ursachen auszuschließen.
Der Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.
Originalbeitrag: Vibrational Interventions for Sexual and Pelvic Health: A Randomized Controlled Trial. — U.S. National Library of Medicine

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