Schwangerschaft und Sex: Warum viele Paare das Verlangen verlieren und wie man es beheben kann
Wenn eine Frau ein Kind erwartet, tritt Sex oft in den Hintergrund. Der Bauch stört, Hormone spielen verrückt, Müdigkeit sammelt sich an. Aber es stellt sich heraus, dass es nicht nur um Physiologie geht. Unsere Einstellung zum Sex während der Schwangerschaft spielt eine große Rolle. Wissenschaftler aus dem Iran befragten 240 schwangere Frauen und deren Ehemänner, um zu verstehen, wie Gedanken über Sex und das tatsächliche Intimleben zusammenhängen. Die Ergebnisse überraschten sogar die Forscher.
Zahlen, die zum Nachdenken anregen
Fast zwei Drittel der werdenden Mütter (65 %) gaben zu, sexuelle Probleme zu haben. Bei den Männern ist dieser Anteil viel niedriger – etwa 16 %. Aber das Interessanteste: Je positiver eine Person Sex während der Schwangerschaft sieht, desto besser klappt es auch. Das gilt sowohl für Frauen als auch für Männer. Unsere Einstellung ist also nicht nur Emotion, sondern ein realer Faktor, der die Qualität des Intimlebens beeinflusst.
Wie Gedanken den Körper steuern
Die Autoren der Arbeit verwendeten spezielle Fragebögen, um die Einstellung zum Sex und die sexuelle Funktion zu bewerten. Es zeigte sich, dass die Verbindung zwischen diesen Indikatoren direkt und stark ist. Wenn werdende Eltern glauben, dass Sex während der Schwangerschaft normal und nützlich ist, treten Probleme seltener auf. Diejenigen jedoch, die sich schämen, Angst haben, dem Kind zu schaden, oder denken, dass "man das nicht tut", stoßen häufiger auf Schwierigkeiten.
Was das Intimleben noch beeinflusst
Die Wissenschaftler fanden auch heraus, dass die sexuelle Funktion von Beziehungszufriedenheit und Arbeit beeinflusst wird. Paare, die mit ihrer Beziehung zufrieden sind und keinen Stress bei der Arbeit haben, fühlen sich auch im Bett besser. Alter, Bildung und Einkommen spielen dagegen keine große Rolle. Es geht also nicht darum, wie alt man ist oder wie viel man verdient, sondern darum, wie man miteinander und mit der Situation umgeht.
Sollte man mit dem Arzt darüber sprechen
Die Forscher glauben, dass ein Gespräch mit dem Gynäkologen oder Geburtshelfer Wunder wirken kann. Wenn der Fachmann erklärt, dass Sex bei einer normal verlaufenden Schwangerschaft sicher und sogar nützlich ist, verschwinden die Ängste. Und mit ihnen verschwinden auch die Probleme. Wenn Sie ein Kind erwarten und das Gefühl haben, dass das Intimleben nachlässt – schweigen Sie nicht. Fragen Sie Ihren Arzt, ob es Kontraindikationen gibt. Wenn nicht – entspannen Sie sich und genießen Sie. Ihr Körper und Ihr Partner werden es Ihnen danken.
Die wichtigste Erkenntnis
Die Studie sagt nicht, dass alle Probleme nur durch Gedanken gelöst werden. Aber die Einstellung ist das, was wir selbst ändern können. Sprechen Sie mit Ihrem Partner, besprechen Sie Ihre Ängste und Wünsche. Vielleicht wird es Ihnen beiden leichter fallen, und Sex wird wieder zu einer Quelle der Freude, nicht der Anspannung.
Der Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.
Originalbeitrag: Relationship Between Sexual Attitude and Sexual Function Among Iranian Women and Men During Pregnancy: A Cross-Sectional Study. — U.S. National Library of Medicine

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