Die Hälfte der Frauen in Unfruchtbarkeitsbehandlung steht am Rande: Was das für Sex und Paare bedeutet
Stellen Sie sich vor: Sie und Ihr Partner haben sich entschieden, ein Kind zu bekommen, aber die Monate vergehen und die gewünschten zwei Linien erscheinen nicht. Sie gehen zum Arzt, lassen Blutuntersuchungen machen, nehmen Hormone ein, fahren zu Behandlungen. Und innerlich – ständige Anspannung und Angst: "Was, wenn es nicht klappt?" Kommt Ihnen das bekannt vor? Es stellt sich heraus, dass dieser Zustand nicht nur "Nervosität" ist. Er verändert wirklich Ihr Sexualleben und Ihre Beziehung. Und es handelt sich nicht um Einzelfälle: Eine aktuelle Studie zeigt, dass dieser Stress etwa der Hälfte der Frauen, die sich einer Unfruchtbarkeitsbehandlung unterziehen, bekannt ist.
Was in der Studie geschah
Die Wissenschaftler beobachteten 300 Frauen, die neun Monate lang wegen Unfruchtbarkeit behandelt wurden. Mit speziellen Fragebögen bewerteten sie den Grad der Angst und die sexuelle Funktion. Es stellte sich heraus: Bei 49% der Teilnehmerinnen war die Angst von mittel bis sehr stark. Und diese Angst wirkte sich direkt auf drei Bereiche der Sexualität aus – Erregung, Orgasmus und Zufriedenheit. Je höher die Angst, desto schlechter war es um diese Punkte bestellt.
Warum das nicht nur für den Sex wichtig ist
Aber es geht nicht nur um Intimität. Die Hälfte der Teilnehmerinnen (50,2%) waren mehr als fünf Jahre lang bei Ärzten, und 30,5% wechselten mehr als fünf Kliniken. 47,5% erreichten die In-vitro-Fertilisation (IVF). Jede Dritte (32,6%) kam erst nach einem Jahr Ehe zum Arzt. Wissen Sie, was das bedeutet? Unfruchtbarkeit ist ein Marathon, der emotional und körperlich erschöpft. Und wenn dann noch Angst hinzukommt, beginnt die Beziehung des Paares zu bröckeln. Kein Wunder, dass Sex unter diesen Bedingungen von Vergnügen zu "Pflichtprogramm" wird – und das, wie Sie zugeben werden, tötet das Verlangen.
Was das für Sie bedeutet
Wenn Sie sich gerade einer Unfruchtbarkeitsbehandlung unterziehen und das Gefühl haben, dass Ihre Nerven am Ende sind – Sie sind nicht allein, und das ist keine "Charakterschwäche". Es ist wichtig zu verstehen: Angst ist nicht nur ein unangenehmer Hintergrund, sie behindert wirklich die Behandlung und die Intimität. Deshalb bestehen die Autoren der Studie darauf: Psychologische Unterstützung sollte ein Standardbestandteil der Unfruchtbarkeitsbehandlung sein, so wie Blutuntersuchungen und Eingriffe. Und das ist keine Laune, sondern eine Notwendigkeit.
Was Sie heute tun können
Erstens: Sprechen Sie offen mit Ihrem Partner über Ihre Gefühle. Zweitens: Fragen Sie Ihren Arzt, ob es in der Klinik einen Psychologen gibt oder ob Sie eine Online-Beratung erhalten können. Drittens: Probieren Sie Techniken zur Stressreduzierung aus: Atemübungen, Spaziergänge, Yoga – was auch immer Ihnen persönlich hilft. Und denken Sie daran: Es ist Ihr Recht, um Hilfe zu bitten, anstatt still zu leiden.
Wenn Sie das durchgemacht haben – teilen Sie in den Kommentaren, wie Sie damit umgegangen sind. Für andere könnte das eine Stütze sein.
Der Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.
Originalbeitrag: Assessment of anxiety levels and marital relationships among women undergoing infertility treatment: A descriptive observational study. — U.S. National Library of Medicine

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