Sex unter Substanzen: Warum das zur Norm geworden ist und wie gefährlich es ist
Ist Ihnen aufgefallen, dass Gespräche über Sex offener geworden sind? Doch es gibt ein Thema, über das nur geflüstert wird – Sex unter dem Einfluss von Substanzen. Das ist keine Randerscheinung aus alten Filmen mehr. Eine neue Studie italienischer Ärzte zeigt: Unter Männern, die Sex mit Männern haben, ist dieses Verhalten in nur wenigen Jahren um ein Vielfaches häufiger geworden. Und das ist nicht nur ein Trend, sondern ein ernstzunehmender Risikofaktor für die Gesundheit.
Es geht um das sogenannte "Chemsex" – Sex unter dem Einfluss bestimmter Drogen. Ärzte des römischen Zentrums für die Behandlung von STI und HIV verglichen Daten aus zwei Erhebungen: eine von 2018, die andere von 2024–2025. Teilgenommen haben 354 Männer beim ersten Mal und 331 beim zweiten. Und die Zahlen sind beeindruckend: 2018 praktizierten 5% der Befragten solchen Sex, 2024–2025 bereits 19%. Das ist also fast jeder Fünfte.
Was sich genau geändert hat
Es gibt nicht nur mehr Chemsex. Auch die "Palette" der Substanzen hat sich erweitert. Das klassische Trio – Crystal Meth, Mephedron und GHB/GBL (auch "flüssiges Ecstasy" genannt) – wird jetzt häufiger verwendet. Der Konsum von Meth stieg von 2% auf 8%, Mephedron von 4% auf 9% und GHB/GBL von 3% auf 17%.
Aber das Wichtigste: Neue Substanzen sind aufgetaucht. In der Umfrage von 2024–2025 erwähnten Männer Kokain, Amphetamine, Ketamin und sogar Cannabinoide. Früher gab es das überhaupt nicht. Es scheint also, dass die Auswahl von Jahr zu Jahr größer wird und die Einstiegshürde sinkt.
Warum das nicht nur für Schwule wichtig ist
Man könnte meinen, das betrifft Sie nicht, wenn Sie nicht in dieser Szene sind. Aber so ist es: Jede Substanz, die das Bewusstsein verändert, dämpft die Vorsicht. Unter Rausch vergessen die Menschen Kondome, treffen riskante Entscheidungen, die sie später bereuen. Und das ist ein direkter Weg zu HIV und anderen Infektionen.
Die Autoren der Studie sagen deutlich: Solches Verhalten kann die Ausbreitung von STI verstärken. Es geht nicht nur um die Männer selbst, sondern auch um ihre Partner. Deshalb fordern die Ärzte, Präventionsprogramme zu aktualisieren: häufiger Tests anbieten, mehr über Schadensminimierung sprechen, keine Moral predigen, sondern helfen.
Was tun, wenn es Sie betrifft
Wenn Sie Sex unter Substanzen praktizieren, geraten Sie nicht in Panik und verleugnen Sie es nicht. Es ist wichtig, ehrlich zu sich selbst und zum Arzt zu sein. Sagen Sie Ihrem Doktor direkt: "Ich habe manchmal Sex unter dem Einfluss von Substanzen". Das ist nicht beschämend, sondern eine Information, die hilft, die richtigen Untersuchungen und den richtigen Schutz zu wählen. Regelmäßige Tests auf HIV und andere STI sind keine Bestrafung, sondern Fürsorge für sich selbst und den Partner.
Und wenn Sie nicht konsumieren, aber einen Freund oder Bekannten in der Beschreibung wiedererkennen – verurteilen Sie nicht. Unterstützen Sie ihn besser und erinnern Sie an einfache Regeln: Kondome, Tests, Gespräche mit Partnern.
Die Studie ist klein und lokal, daher sollte man sie nicht auf die ganze Welt übertragen. Aber der Trend ist offensichtlich: Sex unter Substanzen wird immer häufiger. Das zu ignorieren bedeutet, die Augen vor einer wachsenden Bedrohung zu verschließen. Und Wissen ist, wie immer, der erste Schritt zum Schutz.
Der Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.
Originalbeitrag: From chemsex to a broader drug-use for sex landscape: Comparing two cross-sectional surveys on men who have sex with men in Italy. — U.S. National Library of Medicine

Русский
English
中文
Español
Türkçe