Sind Sie sicher, dass Ihre Beziehung eine sexuelle ist? Überprüfen Sie sich selbst

Quelle: Scarleteen
Sind Sie sicher, dass Ihre Beziehung eine sexuelle ist? Überprüfen Sie sich selbst
Foto: MabelAmber / Pixabay

Wenn Sie an Ihre Beziehung denken, welches Wort kommt Ihnen in den Sinn? Partnerschaftlich? Romantisch? Oder vielleicht sexuell? Auf den ersten Blick scheint es nicht kompliziert zu sein – wenn Sie mit jemandem schlafen, dann ist die Beziehung sexuell. Doch in Wirklichkeit ist es viel verworrener, und diese Verwirrung führt manchmal zu Kränkungen und Missverständnissen.

Sex bedeutet nicht nur „miteinander schlafen“

Eine sexuelle Beziehung ist kein einzelnes Szenario. Manche haben jeden Tag Sex, manche einmal im Monat, und manche schreiben sich nur erotische Nachrichten. Für die einen ist Sex buchstäblich alles, für die anderen nur ein kleiner Teil einer großen und warmen Verbindung. Es kommt vor, dass Menschen nur wegen des Sexes zusammen sind und nichts anderes sie verbindet. Und es kommt vor, dass Sex eine Ergänzung zu Freundschaft oder Romantik ist. Und all diese Varianten sind normal.

Es gibt keine „richtige“ Art, in einer sexuellen Beziehung zu sein. Es gibt keine vorgeschriebene Häufigkeit, keinen vorgeschriebenen Satz von Praktiken. Alles, was eine Beziehung sexuell macht, ist das, was Sie und Ihr Partner (oder Ihre Partner) in diesen Begriff hineinlegen.

Haben Sie überhaupt darüber gesprochen?

Hier beginnt das Interessanteste. Oft betrachten Menschen ihre Beziehung einfach standardmäßig als sexuell. Zum Beispiel, weil „wie denn sonst, wir sind ja Freund und Freundin“. Oder weil sie sich vor langer Zeit einmal miteinander vergnügt haben. Oder weil in einer romantischen Beziehung Sex selbstverständlich vorausgesetzt wird. Aber ist das wirklich so?

Eine sexuelle Beziehung ist nicht nur das, was im Bett passiert, sondern auch das, worüber Sie sich verständigt haben. Manchmal diskutieren Menschen diese Frage überhaupt nicht und wundern sich dann, warum die Erwartungen nicht übereinstimmten. Der eine denkt, dass es bei ihnen ernst ist und Sex ein wichtiger Teil, während der andere es als flüchtige Affäre wahrnimmt. Oder umgekehrt: Beide denken, dass Sex nicht das Wichtigste ist, und später beginnt jemand, sich ungewollt zu fühlen.

Warum „nur Sex“ nicht „nur“ ist

In unserer Gesellschaft ist es oft üblich, die sexuelle Seite einer Beziehung abzuwerten. Viele sind überzeugt, dass es beschämend, kleinlich und unseriös ist, wenn einen das Fehlen von Sex oder dessen Qualität frustriert. Dass die wahren Probleme der Mangel an Liebe, Aufmerksamkeit oder Zeit seien. Und Sex – nun ja, eine angenehme Ergänzung.

Aber das ist nicht wahr. Wenn Sex für Sie wichtig ist, wenn Sie ihn in Ihrem Leben und in Ihrer Beziehung wollen, dann ist sein Fehlen kein „kleines Ärgernis“. Es kann wirklich schmerzhaft, kränkend und einsam sein. Und diese Gefühle haben genauso viel Daseinsberechtigung wie die Sorgen wegen mangelnder Kommunikation oder Zärtlichkeit. Langjährige Erfahrung von Sexualaufklärern zeigt: Menschen sagen oft, dass eine Trennung wegen Sex unseriös sei. Aber wenn Sex ein wichtiger Teil der Verbindung war, dann ist sein Verlust ein durchaus realer Grund für Traurigkeit und sogar für eine Trennung.

Was also tun?

Erstens: Hören Sie auf, sich für Ihre Wünsche zu schämen. Wenn Sie Sex brauchen, wenn Sie sich begehrt und nah fühlen wollen – das ist normal. Zweitens: Sprechen Sie mit Ihrem Partner. Nicht im Format „Du willst mich nicht“, sondern ehrlich: „Mir ist wichtig, dass wir sexuelle Intimität haben. Wie stehst du dazu? Was ist dir wichtig?“ Vielleicht entdecken Sie, dass Sie unterschiedliche Vorstellungen davon haben, was eine sexuelle Beziehung ist. Und das ist kein Todesurteil – das ist ein Ansatzpunkt für Wachstum.

Drittens: Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihre Beziehung nicht mehr sexuell ist, und das für Sie wichtig ist, dann werten Sie Ihre Gefühle nicht ab. Sie haben das Recht auf Traurigkeit, auf Enttäuschung, auf den Wunsch, etwas zu ändern. Und Sie haben das Recht, darüber zu sprechen, auch wenn es jemandem „unwichtig“ erscheinen mag.

Sex ist nicht beschämend. Er ist Teil des Lebens. Und wenn Sie ihn vermissen, bedeutet das nicht, dass Sie ein oberflächlicher Mensch sind. Es bedeutet, dass Sie lebendig sind.

Der Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.

Originalbeitrag: What’s a Sexual Relationship? — Scarleteen